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Geistlichen Impuls lesen ... | Jahreslosung 2017

 

Liebe Leserinnen und Leser,

offensichtlich hat mich die Bibellese aus Jeremia beeinflusst, als ich diese Zeilen schrieb. Anfang September lasen wir aus diesem Buch. Jeremia - ein Rufer, ein Mahner - soll ich sagen: ein Reformator? Gott beruft Jeremia, sein Volk zur Umkehr, Sinnesänderung und zur Buße zu rufen. So fordert der Prophet seine Zeitgenossen auf «einen Neubruch zu pflügen!» Dahinter steht das Bild, brachliegendes oder verödetes Land urbar zu machen, damit es gute Frucht hervorbringen kann. - Was für ein starkes Bildwort!

Nachdem die Menschen Israels nach vierzig Jahren Ruf nicht umgekehrt waren, wurde Jeremia Zeitzeuge des Gerichtes Gottes. Er musste miterleben, wie Jerusalem zerstört wurde und der Tempel in Flammen aufging. Die Reform, die Erneuerung, bliebt aus. Dennoch leitete mich seine Umkehrbotschaft zum Gedenken an die Reformation vor 500 Jahren.

Mit dem Reformationsfest 2016 beginnt offiziell das Gedenkjahr zum Reformationsjubiläum. Dies gipfelt im 500. Jahrestag der Reformation am Dienstag, den 31. Oktober 2017. Dieser Tag wird in Deutschland ein Feiertag sein. Nun bin ich nicht der Erste und nicht der Letzte, der sich zum Thema «Reformation» zu Wort meldet. Viel Gutes ist bereits gesagt, geschrieben, verlautet. Viel Gutes wird gewiss im Laufe des Jahres dazu gesagt. Lasst es uns halten, wie uns der Apostel Paulus rät: «Prüft alles, das Gute behaltet!»

Das Reformationsjubiläum ist ja längst nicht mehr nur eine Angelegenheit der Kirche, oder gar nur der paar Frommen. Vielmehr wurde dieses Gedenkjahr von den Verantwortlichen im Staat auch zu einer Angelegenheit der Allgemeinheit.

Bereits im November 2012 hat Bundeskanzlerin Angela Merkel beim Besuch der Synode der Evangelischen Kirche am Timmendorfer Strand deutlich gemacht, dass sie sich vom 500. Reformationsjubiläum 2017 eine Neubelebung des christichen Glaubens in Deutschland erhoffe. Sie lobt Protestanten für ihren Dienst an der Gemeinschaft und ermunterte sie auf dem Weg zum Reformationsjubiläum 2017, für ihren Glauben zu werben. An anderer Stelle stellte Frau Merkel klar, dass das Reformationsjubiläum die gesamte Gesellschaft betrifft. Andere Persönlichkeiten brachten zum Ausdruck: «Die Reformation gehört allen.»

Meinen kritischen Lesern sei gesagt, dass ich hier zunächst versuche, die allgemeine Lage zu beschreiben. Ich sage nicht, dass alles, was so verlautet wird, meine Meinung ist. So wird auch in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald im Rahmen des Reformationsjubiläums in der gesamten Stadt von vielen verschiedenen Institutionen, Einrichtungen, Museen, gewiss auch von Kirchen und der Stadtökumene manches geboten werden. Nicht zu vergessen, dass es im Jahr 2017 im Mai den großen Kirchentag in Berlin und in der Lutherstadt Wittenberg gibt, wie auch im September einen regionalen ökumenischen Kirchentag in Greifswald. Dies sind schlichtweg Fakten. Wie dies inhaltlich gefüllt sein wird, kann ich heute nicht sagen. Wer für diese Ereignisse betet, bete im Glauben und in der Erwartung der Gebetserhörung.

Damit ich nicht so distanziert klinge oder so kühl sachlich rüberkomme, will ich auch andere Aspekte ansprechen. So überlege ich für mich persönlich, was die Reformation bedeutet. Was bedeutet sie für meinen Dienst, für die Gemeinde und für den Verband in Vorpommern? Gerade in Verbindung mit dem prophetischen Ruf, ein Neues zu pflügen, also brachliegendes Leben oder verwahrloste Herzen urbar und damit fruchtbar sein zu lassen für Gott. Gott ist menschenfreundlich, und ein geistlicher Umbruch erfüllt die Menschen mit Sinn, mit Freude, mit Zuversicht und Hoffnung. Frucht des Neubruchs wäre Aufbruch.

So frage ich: Was ist die Berufung Gottes an mich, der vor 500 Jahren durch Dr. Martin Luther anhand des Wortes Gottes die Reformation angestoßen hat? Luther hatte wohl selbst keine so durchgreifende Reformation im Blick. «Gottes Wort hat alles gehandelt», so hat Luther dies im Nachhinein sich und anderen erklärt. So wird in unseren Kreisen im Verband gewiss das Wort Gottes erneut zentral eine Rolle spielen. Das Wort Gottes, in der Gestalt, in der es uns überliefert ist, ohne Abstriche - ohne Wenn und Aber. Ich hoffe, dass meine Worte hier nicht nur gefallen, sondern dass sie auch beherzigt werden. Ich möchte keine Fans - zumindest nicht nur; - ich möchte, dass wir den Glaubensweg gehen und Jesus Christus folgen. Dankbar bin ich, dass ich dies nicht alleine bewältigen muss, sondern dass ich viele Geschwister habe, die mich auf diesem Weg begleiten und die ich auch begleiten darf.

So lasst uns zurück zur Quelle, zurück zu den Wurzeln gehen. Gerade auch im Blick auf das Reformationsjubiläum. Zurück zur Schrift. In der Schrift und durch die Schrift wird Jesus Christus verkündigt. So kommen wir zurück zu Christus. Bei Christus finden wir Gnade, ja diese einzigartige Gabe Gottes.

So kommen wir zurück zur Gnade. Diese Gabe gilt es wieder neu anzunehmen, wie wir ja stets daraus leben: Dies geschieht im Glauben. Möge dies alles gerade im Landesvorstand evangelischer Gemeinschaften so verkündet und gelebt werden. Möge das u n s e r Beitrag sein. Dass für uns die vier Kernaussagen der Reformation wieder neu leuchten:

Allein die Schrift, allein Jesus Christus, allein die Gnade, allein der Glaube.

Stichwort: «evangelisch»: Auch dies wäre ein Gewinn im Jubiläumsjahr, wenn wir dadurch wieder neu und tiefer entdecken, was es bedeutet «evangelisch» zu sein. Wenn wir dabei auch entdecken, dass es dabei nicht darum geht, gegen andere Menschen zu sein, sich abzuschotten, andere auszugrenzen, sondern dass wird das Evangelium, die frohe Botschaft, ja die Siegesnachricht von Jesus Christus allen Menschen gönnen und diese auch froh und getrost weitersagen. Und zwar deshalb, weil wir von der Liebe Christi inspiriert und motiviert werden; weil wir die Freude an Jesus Christus nicht für uns alleine genießen wollen, sondern sie gerne mit anderen teilen - sie deshalb mitteilen. Wir vertrauen dabei auf die Kraft des Heiligen Geistes, der durch das Evangelium Menschen verändert, berührt, heilt, korrigiert, erneuert, aufrichtet, ermutigt und erfüllt.

Wir wissen, wer wir sind, wir wissen um Chancen und Grenzen. Doch gerade in unseren Kompetenzen, wie Verkündigung, Seelsorge und Gemeinschaft leben, sehe ich Chancen für uns, Akzente um Impulse zum Jubiläum der Reformation zu setzen. Sei es in den Bibelstunden, in Hauskreisen, in der Jugendarbeit wie auch in den Gottesdiensten, dass wir inhaltlich Reformatorisches aufgreifen, vertiefen, weitergeben. Womöglich werden wir dabei nicht so sehr in der breiten Öffentlichkeit wahrgenommen, womöglich ist von unserem Dienst am Menschen nicht in der Zeitung zu lesen, aber das tut dem Segen für unsere Mitmenschen keinen Abbruch. Und dort, wo die Presse Notiz davon nimmt, dab brauchen wir uns nicht verstecken, sondern nehmen dies dankbar zur Kenntnis.

Vielleicht wundert sich mancher Leser wieso ich am Anfang ein Bibelzitat genannt habe? Nun, ich habe bewusst dieses prophetische Wort aufgegriffen.

Denn wenn die Reformation eines bewirkt hat, dann dies, dass brachliegende Herzen umgestaltet wurden. Menschen sind umgekehrt. Menschen wurden neu. Dadurch hat sich das Leben der Menschen, ja die Gesellschaft, die Kultur, die Politik verändert. So sehne ich mich persönlich danach, erneuert zu werden. Konkret diese Erfahrung aus dem Wort Gottes, aus Christus, aus der Gnade und aus dem Glauben machen zu dürfen. Umgestaltet, reformiert zu werden. Doch nicht für mich allein, sondern dass ich auch Werkzeug sein darf, dass auch noch andere in den Genuss von Erneuerung und Ermutigung gelangen.

«Das Größte jedoch, das Gott vollbracht hat, ist die Rettungstat durch unsern Hernn Jesus Christus. So kam Christus in unsere Welt, um uns zu erlösen. Dafür hat ER am Kreuz sein Leben für uns hingegeben. Doch Gott, der Vater im Himmel, hat Jesus Christus auferweckt. Jesus lebt. Großartig! So sagt der HERR: Siehe, ich mache alles neu! (Offenbarung 21)» - Soeben habe ich mich selbst zitiert: aus Durchblick II/2016.

Reformation, Erneuerung, Veränderung, Neues wagen und Aufbruch, das sind Begriffe, die wir nicht nur als leere Worthülsen verwenden wollen. Ich erinnere bewusst an die Konferenz am 24. April 2016 in Stralsund und das Thema «Zurück in die Zukunft» Im Grunde war dies zu Jeremias und Luthers Zeiten, wie auch heute, notwendig. Zurück in die Zukunft heißt vor allen Dingen:

«Zurück zu Jesus Christus. Zurück zum Vater im Himmel!» Damit das Neue, die Reform, der Aufbruch, nicht nur aus äußerlichen Veränderungen besteht, die oberflächlich bleiben und ohne Nachhaltigkeit sind, braucht es die Veränderung der Herzen. Auch hier weiß ich, dass diese Sehnsucht nach Herzensveränderung viele meiner lieben Geschwister im Verband und darüber hinaus mit mir teilen.

Von dieser Herzveränderung zeugt bereits Jeremia. Im 31. Kapitel prophezeit er Israel das neue Herz und den Gesinnungswandel. Er verheißt im Namen Gottes einen neuen Bund. Dies wird durch Gottes Wort und Gottes Geist geschehen. Gottes Wort und Geist sind auch heute die Garanten der Veränderung. So lasst uns treu dem Wort Gottes folgen, lasst uns dem Wirken des Geistes Raum geben, vor allem im eigenen Herzen. Wer «Jesus» sagt, sagt «neu»!

Möge das Gedenkjahr der Reformation für uns ein Jahr werden, in dem wir tiefer, inniger zu Jesus Christus kommen.

heinz vitzthum web2Gott segne seine Gemeinde.

Mit lieben Grüßen
Heinz Vitzthum

(erschienen in «Durchblick» 3/2016 - Nachrichten aus dem Landesverband evangelischer Gemeinschaften Vorpommern)