Meine Seele wartet auf den HERRN, mehr als die Wächter auf den Morgen.
Monatsspruch Dezember – Psalm 130,6

Liebe Gemeinde,
in meiner früheren Tätigkeit im Krankenhaus und beim Roten Kreuz hatte ich Nachtdienste; „Nachtwachen“. So weiß ich, wie sehr Wächter auf den Morgen warten.

In Psalm 130 sehnt sich ein Mensch aus dem Abgrund seiner Sünde nach Vergebung, nach Gnade, nach Erlösung. „Aus der Tiefe rufe ich, HERR, zu dir.“ (V. 1) Der Beter harrt auf den HERRN und hofft auf sein Wort. „Meine Seele wartet auf den HERRN!“ Der Beter wartet nicht auf bessere Zeiten oder auf dies und das. Er hat erkannt, dass allein der HERR ihn aus dieser Tiefe führen kann. So wartet er, ja so harrt er aus.

Jener Beter blickt noch voraus, denn er sagt: „…er wird Israel erlösen aus allen seinen Sünden.“ - Wir blicken darauf zurück, denn Gott sandte seinen Sohn in diese Welt. Bald feiern wir seine Geburt. Jesus Christus ist unser Erlöser, der uns aus den Tiefen unseres Verderbens herausgeholt hat. - D. Martin Luther hat 1524 gedichtet: „Darum auf Gott will hoffen ich, auf mein Verdienst nicht bauen. Auf ihn mein Herz soll lassen sich und seiner Güte trauen, die mir zusagt sein wertes Wort. Das ist mein Trost und treuer Hort; des will ich allzeit harren.“ (Dritte Strophe von „Aus tiefer Not schrei ich zu dir“.)

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Warten wir auch so intensiv? Warten wir so sehr, wie der Wächter auf den Morgen? - Wir leben im Advent: Wir warten auf die Wiederkunft unseres Retters, damit wir ihn sehen, wie ER ist und wir ewig bei IHM sind. Warten lohnt sich.

Ich wünsche uns allen gesegnete, frohe Weihnachten und ein gutes neues Jahr!
Heinz Vitzthum